Wasserrettungsübung mit der Feuerwehr Backnang

Eine Übung der anderen Art startete die Feuerwehr Backnang mit dem THW Backnang im Juni. Aus jeweils ca. 10-15 Feuerwehrleuten und Helfern des THWs wurden zwei gleichstarke, gemischte Gruppen gebildet. 

Das Übungsszenario sah vor, dass am anderen Ufer der Murr ein Verunglückter Kanufahrer sich mit letzter Kraft an einigen im Wasser verkeilten Zweigen festhält. 

Aufgabe der zwei Gruppen war nun diesen Kanufahrer schnellstmöglich zu retten, ohne zu Hilfenahme von Booten. Es konnte auch weder eine Drehleiter noch ein Kran bereitgestellt werden. Ein Zugang war nur von einer Uferseite möglich. Als Material stand der RW der Feuerwehr sowie der GKW1 und Holzmaterial des THWs zur Verfügung.


Nun wurde experimentiert und gebastelt. Innerhalb kürzester Zeit stellten sich ähnliche aber doch in einigen Punkten verschiedene Rettungsmöglichkeiten heraus. 

Beide Gruppen verwendeten Leiterteile als „Steg“ und verstärkten diesen mit Dielen. Um das ganze Konstrukt schwimmfähig zu machen, befestigte eine Gruppe einen Querträger unter diesem Steg an welchen zwei Hebekissen gebaut wurden um eine Stabilität zu erreichen und den Auftrieb zu gewährleisten.


Die andere Gruppe befestigte für den Auftrieb die Hebekissen direkt unter der Leiter was sich später als Problem in Bezug auf die Kippsicherheit herausstellte.

Abschluss dieser Übung bildete eine gemeinsame Manöverkritik mit anschließendem gemütlichem Vesper bei der Feuerwehr in Backnang.


Von beiden Seiten wurde diese Übung als sehr lehrreich und durchaus wiederholungsfähig eingestuft.

Fachausbildung - Stegebau

Im Rahmen der Fachausbildung bei den Bergungsgruppen ist auch das Thema Stegebau noch mit integriert. Um hier den neuen THW-Helfern die Möglichkeiten und Arbeitsmethoden aufzuzeigen und gleichzeitig als Wiederholung bei den „alten Hasen“ wurde in Sulzbach ein Bocksprengsteg erbaut.

Die Leitung dieser Aufgabe hatten die beiden Truppführer der 1. Bergungsgruppe Marion Reiß und Nico Latsch. Die Ausbildung verlief ohne Probleme. Die neuen Helfer waren begeistert über die Möglichkeiten welche sich mit einigen Seilen und verschiedenen Hölzern bietet. Auch Spaziergänger welche immer wieder vorbeikamen schauten interessiert und teils erstaunt dem arbeiten der THW-Helfer zu.
Auch die anschließende Belastungsprobe wurde mit Bravur absolviert.

Das THW Backnang im Hochwassereinsatz in Dresden - so war es:

18.08.02 gegen 17 Uhr rückte der in Backnang stationierte Verpflegungstrupp nach Sachsen ab.
Die Geschäftsstelle in Stuttgart hat die Fachgruppe Logistik am Sonntag Mittag alarmiert. Acht Helfer, vier aus Backnang sowie vier Helfer aus dem Ortsverband Bietigheim-Bissingen machten sich Sonntag Nachmittag mit einem Feldkochherd sowie einem Grossraumfahrzeug auf den Weg nach Pirna, südlich von Dresden. Mehrere Paletten Brot wurden ebenso verladen wie technisches Gerät für die Beleuchtung großer Flächen.

22.08.2002 der in Pirna eingesetzte Verpflegungstrupp kehrt wohlbehalten nach Backnang zurück.


Einsatzschwerpunkt der Logistiger war die Versorgung der Anwohner und der eingesetzten Helfer verschiedener Organisationen mit Essen. Die zubereiteten Mahlzeiten reichten von Spaghetti über Gulasch bis hin zu Geschnetzeltem mit Spätzle.

24.08.2002 Einsatzvorbereitungen um einen kompletten Technischen Zug nach Dresden zu entsenden.


25.08.2002 Entsendung von 21 Helferinnen & Helfern in das Schadensgebiet um Dresden


21 Helferinnen und Helfern rückeb am Sonntag morgen auf Anforderung der Einsatzleitung in Dresden mit drei Gerätekraftwagen sowie einem Führungsfahrzeug nach Dresden ab. Die zweite Schicht soll dem Partnerortsverband mit Aufräum- und Abstützarbeiten behilflich sein. Denn erst mit Rückgang des Hochwassers werden die tatsächlichen Schäden an Gebäuden sichtbar. Der Backnanger THW Ortsverband wird die Kameraden von Böblingen ablösen. Die voraussichtliche Einsatzdauer wurde auf zehn Tage festgelegt.


26.08.2002: THWler aus Backnang in Dresden im Einsatz


Der erste Einsatzort war das Amtsgericht in Dresden. Hier war der gesamte Kellerbereich mit Wasser vollgelaufen. Nach dem Abpumpen des dreckigen Wassers galt es, die Archivschränke mit schwerem Gerät zu zerlegen und wichtige Dokumente in Boxen zu verpacken, damit diese dann abtransportiert werden konnten. Der Präsident des Amtsgerichtes lobte die Arbeit: „Ihr Schwaben seid halt spitze“.


Weitere Einsatzorte waren das Oberlandesgericht direkt an der Semperoper. Hier mussten ebenfalls Einrichtungsgegenstände entfernt und verladen werden.


Ein vom Wasser in eine Tiefgarage gespülter Container wurde mit Stahlseilen und Fahrzeug drei Parkebenen erfolgreich nach oben gezogen. Am späten Abend mussten nochmals zwei Fahrzeuge ausrücken um festsitzende Kanaldeckel mit Bohrhammer zu öffnen, damit grosse Heizöltanks vom drückenden Grundwasser befreit werden konnten.


29.08.2002: Verlegung der Backnanger nach Dresden-Cossebaude


Die letzten drei Tage verbrachten die THW Kräfte im Stadtteil Cossebaude. In diesem Gebiet waren zahlreiche Häuser noch bis zur Kellerdecke mit Elbwasser gefüllt. Da hier vom Energieversorger noch kein Strom zur Verfügung gestellt hat, konnten die Anwohner der zerstörten Häuser ihre Keller noch nicht leer pumpen. Hier wurden dann Stromaggregate und Schmutzwasserpumpen eingesetzt. Der immer noch zu hohe Grundwasserspiegel erschwerte die Arbeit der Hilfskräfte noch weiter. So wurden Keller leergepumpt, die dann am nächsten Morgen bereits schon wieder voll Wasser standen. Daraufhin hat man sich dann entschlossen, im Zweischichtbetrieb rund um die Uhr zu pumpen. Der Backnanger THW-Zugtrupp übernahm in diesem Gebiet die Einsatzabschnittsleitung und koordinierte rund 70 THW-Kräfte.


01.09.2002: Die Einsatzkräfte des THW Backnang kehren aus Dresden zurück


Kaum in Worte fassen kann man die Hilfsbereitschaft der betroffenen Bürger. „Hilfe sieht in Dresden blau aus“, so ein Dresdner Radiosender. Immer wieder wurden die Einsatzkräfte mit Kuchen und Suppen von den Anwohnern versorgt. Auf zahlreichen Plakaten bedankten sie sich bei den Helfern.

July 2002 - Hochwasser in Rems-Murr-Kreis

Hochwasseralarm im Rems-Murr-Kreis. Das THW wurde durch den Kreisbrandmeister alarmiert und nach Auenwald – Unterbrüden beordert. Dort stand die gesamte Ortsmitte komplett unter Wasser. Das gesamte Rathaus sowie die umliegenden Gebäude waren bis zum Erdgeschoss voll gelaufen.

Nachdem sich eine Entspannung der Lage abzeichnete wurde der Technischer Zug verlegt nach Plüderhausen / Urbach.


Dort war bereits das THW aus Schorndorf im Einsatz. Hier wurde auch der in Backnang mit 7,5to Sandsäcken beladene LKW dringend benötigt da die Gefahr bestand, dass die Kläranlage überläuft.


Nach verschiedenen Lenz- & Pumparbeiten machten sich die Helfer des THWs aus Backnang gegen fünf Uhr morgens wieder auf die Heimfahrt.

Wir machen die Nacht zum Tag

Auf dem Ausbildungsplan stand die Absicherung von Einsatzstellen & Ausleuchten von Schadensstellen. Um die ganze Thematik besser üben zu können wurde für Freitag Abend eine Einsatzübung der 1. Bergungsgruppe vorbereitet.

Vorgabe des Einsatzszenarios war ein Verkehrsunfall auf der Verbindungsstrasse zwischen Backnang-Bahnhof und Erbstetten (welche zu diesem Zeitpunkt für den öffentlichen Verkehr noch gesperrt war). 

So wurde am Freitag Abend zuerst die Theorie der Themen nochmals durchgegangen und wiederholt. Als dann „plötzlich“ die Einsatzmeldung kam. 

Nach knapp 2 Minuten rückten der GKW1 sowie GKW2 mit insgesamt 12 Mann Besatzung zu der besagten Unfallstelle ab. An der Unfallstelle angekommen sicherten zwei Helfer sofort den Rückwärtigen Verkehr ab während die Erkundung lief. 


Nach nur zwei Minuten war die Einsatzstelle beleuchtet. Nach zehn weiteren Minuten war die gesamte Unfallstelle mit insgesamt 6000W optimal ausgeleuchtet.